Echli schwirig isch es scho, das Bärndütsch vo Urschebech z'läse. Bsungersch für Nid-Oberaargouer! Drum chöit dir do en Erklärig zur Usschproch läse. Dass es aui verschtö, grad uf hochdütsch:

Zur Aussprache:

Das Aufschreiben des Ursenbacher-Dialekts stellte uns vor einige Probleme. In der Mundart kennen wir andere Laute oder Lautfärbungen als im Hochdeutschen. Die gesprochenen Wörter so aufzuschreiben, dass sie auch für Aussenstehende lesbar sind, war unser Ziel. Wir stellten fest, dass verschiedene Autoren diese Frage ganz unterschiedlich behandeln. Schliesslich entschieden wir uns, selber einige Regeln zur Schreibweise zusammenzustellen:

1. Die Wörter werden so weit möglich lauttreu aufgeschrieben:
sp wird zu schp, st wird zu scht

2. Besonders lange Vokale werden durch zwei Buchstaben gekennzeichnet:
aa, ee, ii

3. Offene und geschlossene Laute werden in der Lautschrift folgendermassen unterschieden:
e geschlossen, spitz (wie in hd. Tee): Hebi
è offen, dumpf (wie in hd. Ader): aube
i geschlossen, spitz (wie in hd. Zitrone): Bürzi
ii geschlossen, lang (wie in hd. Lied): Schalosii (Jalousien, Fensterläden)
geschlossenes i gefolgt von offenem: e Jiepe (Trachtenjupe)
ì offen, dumpf (wie in hd. Schiff): chifle
ìì offen, lang (keine Entsprechung in hd.): e Riis (ein Riese), riisig (riesig gross)
offenes i gefolgt von geschlossenem: Biji, drij, fijschter, frijwüuig, ghije, ineghijt, schnije, Wöscherij
j scharfes i (wie in hd. jagen): jage
y für die hd. Entsprechung mit ei: hd. Zeit wird Zyt, hd. Reis wird Rys, hd. dreissig wird dryssg
öu für die hd. Entsprechung mit ei: hd. Teil wird Döu, hd. teilweise wird döuwys.
u geschlossen, spitz (wie in hd. rufen): Fiduz
uu geschlossen, lang (wie in hd. Buch): Muus
erstes U offen, zweites geschlossen (ùu): buue, guute (hd: gegolten), Uume (hd: Ulme), Wuuke
ù sehr offen, dumpf (wie in hd. Luft): Hung
ü geschlossen, spitz (wie in hd. amüsant): Büssi
üü geschlossen, lang (wie in hd. Bücher): düüssele
Das offene ü kann leider nicht als ü mit Akzent geschrieben werden. Wir verwenden dafür ein eigenes Zeichen: û
û sehr offen, dumpf (wie in hd. dünn): Bürzi

4. Doppellaute werden einzeln ausgesprochen:
ei als e und i: zeige
ie als i und e: zie
ue als u und e: Chue
üe als ü und e: Chüe

Ausnahme:
(ng) wird als ein Laut ausgesprochen (wie hd. Zunge): Hung (Hund)
(ng)g bedeutet ein ng mit zusätzlichem g: Hungg (Honig)

5. g-Wörter:
Verben in der Vergangenheit ohne Apostroph: gachtet, gfröit, gchehrt, gchätschet, gchoschtet
g-Verben in der Vergangenheit mit zwei g am Wortanfang: ggange (gegangen), ggäggelet

6. Wörter mit s' und 's:
s' vor Nomen und Adjektiven: s'Pouli, s'Zoobenäh, s'Wätter, s'haube Höi, vor s'Huus
's nach Verben und anderen Wörtern, wenn kein Nomen folgt: het's, dür's, für's, gäb's, isch's, wüu's, eis um's angere

7. z-Wörter:
ohne Lücke und Apostroph, wenn in Hochdeutsch ein Wort: aaznäh (anzunehmen), zersch (zuerst), zfride (zufrieden), Znacht (Nachtessen)
mit Apostroph, wenn in Hochdeutsch zwei Wörter mit zu oder zum: z'Acher fahre, z'angere Ching, z'Ässe, z'chlyn, kund z'due, z'verzöue, z'wäsche, z'zart, z'zeige

8. Weiche und harte Laute:
Im Oberaargauer Dialekt werden harte Verschlusslaute am Wortanfang weich. T und P werden zu D und B:
e Disch (ein Tisch), e Dag (einTag), es Bouschter (ein Polster), e Binsu (ein Pinsel)

Diese Regeln haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vermutlich werden auch im Wörterverzeichnis immer wieder Wörter auftauchen, die nicht eindeutig zugeordnet werden können. Es gilt dabei zu bedenken, dass Mundart eben eine gesprochene und nicht eine geschriebene Sprache ist.